{"id":83724,"date":"2017-06-28T11:14:33","date_gmt":"2017-06-28T08:14:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.visitdaugavpils.lv\/vesture\/"},"modified":"2020-04-16T16:59:36","modified_gmt":"2020-04-16T13:59:36","slug":"vesture","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.visitdaugavpils.lv\/de\/vesture\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Daugavpils ist die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Lettlands, befindet sich am Ufer von Daugava im S\u00fcdosten der Republik und ist 232 km von der Hauptstadt R\u012bga entfernt.<\/p>\n<p>Der Name der Stadt wurde mehrmals ge\u00e4ndert: D\u00fcnaburg (1275), Borisoglebsk (1656-1667), Dwinsk (1893-1920) und Daugavpils \u2013 seit 1920.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Stadt beginnt im Mittelalter, wenn die lettischen L\u00e4nder von deutschen Ritterkreuzfahrern erobert wurden.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der Geschichtschronik wurde das Schloss D\u00fcnaburg 1275 vom Meister des livl\u00e4ndischen Ordens Ernst von Rassburg neben dem Weg von War\u00e4gern zu den Griechen gegr\u00fcndet. Der Wasserweg befand sich an der Grenze zwischen russischen und litauischen L\u00e4nder. Das Schloss war eine bedeutende Festung und neben dem Schloss entstand eine Handelssiedlung.<\/p>\n<p>Das Schloss D\u00fcnaburg befand sich gegen\u00fcber den F\u00fcrstent\u00fcmern Polozks und Litauens in einer sehr prek\u00e4ren Lage und die russischen und litauischen Truppen versuchten mehrmals, das Schloss zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die erste Schlacht an den Mauern des Schlosses fand 1277 statt, wenn der litauische K\u00f6nig Thoreiden einen Monat lang erfolglos versuchte, das Schloss zu erobern, das Schloss hielt dem Angriff stand.<\/p>\n<p>Vom XIV bis XV Jahrhunderten wurde das Schloss wegen seiner strategischen Bedeutung mehrmals von russischen und litauischen Truppen angegriffen, zerst\u00f6rt und wiederaufgebaut.<\/p>\n<p>Der Livl\u00e4ndische Orden hat die Mittel zur Befestigung des Schlosses nicht verschont. 1347 hat das Meister des Ordens Goswin von Herike das Schloss mit vier T\u00fcrmer befestigt.<\/p>\n<p>Am Anfang des XV Jahrhunderts wurde der Komtur von D\u00fcnaburg zum Vertrauensmann des Ordens geworden. In dieser Zeit griff der Livl\u00e4ndische Orden mit Hilfe der Garnison des Schlosses D\u00fcnaburg mehrmals die russischen L\u00e4nder Pskow und Nowgorod an.<\/p>\n<p>Nach dem Anschluss dieser Territorien zum F\u00fcrstentum Moskau hat der F\u00fcrst Ivan III. jedoch einen Krieg gegen Livland begonnen, um die westliche Grenze zu verst\u00e4rkten. Am Ende des XV Jahrhunderts verlor Livland seine M\u00e4chtigkeit und erlitt einen Verfall.<\/p>\n<p>1481 haben die 20 Tausend gro\u00dfen Truppen von Iwan III. kurzzeitig das Schloss D\u00fcnaburg erobert. Gem\u00e4\u00df den Bedingungen des zwischen Iwan III. und dem Ordensmeister Wolter von Plettenberg abgeschlossenen Friedensvertrags wurden alle eroberten Territorien an Livland zur\u00fcckgegeben und 50 Jahren lang zahlte Livland Tribut an F\u00fcrstentum Moskau.<\/p>\n<p>Dieser Vertrag verl\u00e4ngerte die Existenz Livlands um mehr als ein halbes Jahrhundert. Erst der Livl\u00e4ndische Krieg (1558-1582) zerst\u00f6rte endg\u00fcltig den geschw\u00e4chten Staat.<\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des XVI Jahrhunderts k\u00f6nnte Livland dem Angriff der russischen Truppen nicht mehr standhalten und wandte sich mit der Bitte um Hilfe an Polen. 1559 wurde das Schloss D\u00fcnaburg zusammen mit anderen Festungen an polnischen K\u00f6nig Sigismund II. August verpf\u00e4ndet.<\/p>\n<p>1561 h\u00f6rte der Livl\u00e4ndische Orden auf zu existieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr zwei Jahrhunderten (1561-1772) wurde Latgale Teil von Polen \u2013 Woiwodschaft Livland. Ab 1566 wurde D\u00fcnaburg zum Verwaltungszentrum der Woiwodschaft.<\/p>\n<p>Am 11. August 1577 eroberten die Truppen von Iwan des Schrecklichen das Schloss. W\u00e4hrend des langen Livl\u00e4ndischen Krieges wurden das Schloss und die Handelswege zerst\u00f6rt. 300 Jahren hielt das Schloss stand aber jetzt verlier es seine milit\u00e4rische Bedeutung.<\/p>\n<p>Die strategische Bedeutung dieses Territoriums in der Mitte von Daugava, wo die russischen und polnischen Interessen kollidierten, nahm weiter zu. Iwan der Schreckliche begann die neue Festung 19 km flussabw\u00e4rts von alten Schloss zu bauen, wo sich jetzt Daugavpils befindet.<\/p>\n<p>Aber die Polen haben die Festung weitergebaut, weil im Januar 1582 ein Vertrag zwischen Polen und Russland abgeschlossen war und das gesamte Territorium von Latgale, darunter auch die neue Festung, zum Teil von Polen wurde.<\/p>\n<p>1582 der polnische K\u00f6nig Stephan B\u00e1thory hat das Magdeburgische Stadtrecht an D\u00fcnaburg verliehen. Die war eine wichtige juristische Akte, die die rechtm\u00e4\u00dfige Existenz der Stadt an der Festung erkannte. Die Stadt wurde vom einen Magistrat verwaltet.<\/p>\n<p>Im XVII Jahrhundert war D\u00fcnaburg ein wichtiger Handels- und Zollstadt. In diesen Zeiten haben Polen, Russland und Schweden in den Baltischen L\u00e4nder gek\u00e4mpft. Die neue Festung und Stadt D\u00fcnaburg erlitt mehrere feindliche Angriffe: 1600 und 1655 wurde es vom Schweden erobert.<\/p>\n<p>Im Juni 1656 hat der russische Zar Alexei Michailowitsch und seine Truppen die Festung erobert und die Schweden vertrieben. Die eroberte Stadt wurde in Borisoglebsk umbenannt und war 11 Jahren Teil von Russland.<\/p>\n<p>Nach dem Abschluss des Vertrags von Andrussowo 1667 wurde die Stadt wieder zum Teil von Polen geworden. Die Stadt war bis 1772 unter dem Namen D\u00fcnaburg ein Teil von Polen. D\u00fcnaburg war das administrative Zentrum und die Bischofsresidenz von Woiwodschaft Livland.<\/p>\n<p>Der Anfang des XVIII Jahrhunderts brachte neue Herausforderungen f\u00fcr die Stadt. Der Gro\u00dfe Nordische Krieg (1700 &#8211; 1721) hat die politische Landkarte Baltikums stark ver\u00e4ndert. Im Februar 1700 begann der Krieg mit einem erfolglosen Angriff der S\u00e4chsischen Armee auf R\u012bga. Die S\u00e4chsische Armee \u00fcberwinterte in der Festung D\u00fcnaburg.<\/p>\n<p>Wegen des Krieges erlitte lokale Bev\u00f6lkerung Elend und Armut, sowie Verbreitung von Krankheiten. 1710 wurde Latgale von der Pestepidemie erfasst. Fast die ganze Garnison von D\u00fcnaburg starb, Die Festung war entwaffnet, die Kanonen wurden nach Vilnius versetzt. Ab diesem Zeitpunkt verfallen die Festung und Stadt.<\/p>\n<p>Im XVIII Jahrhundert setzte das innere Zerteilungsprozess vom Polen fort. Die unvers\u00f6hnlichen Klassengegens\u00e4tze brachten das Land zum Krach.<\/p>\n<p>Preu\u00dfen und \u00d6sterreich haben widerholt die Frage der sogenannten Teilung des polnischen Erbes aufgeworfen. Die Verhandlungen liefen von 1769 bis 1772 und endeten mit dem Vertrag zwischen 3 Gro\u00dfmachten \u2013 Preu\u00dfen, \u00d6sterreich und Russland. Gem\u00e4\u00df dem Vertrag bekam Russland die Woiwodschaften Latgale, Mszislau, Polozk und Witebsk.<\/p>\n<p>Nach der Teilung von Polen 1722 wurde D\u00fcnaburg zur Kreisstadt des Gouvernements Polozk und ab 1802 des Gouvernements Witebsk geworden.<\/p>\n<p>Am 21. September 1781 erhielt D\u00fcnaburg ein neues Wappen, das bis 1917 in Kraft war.<\/p>\n<p>Der 1810 begonnene Bau der neuen Festung D\u00fcnaburg brachte gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen im Stadtleben. Am Anfang des Krieges mit Napoleon 1812 wurden die Bauarbeiten nicht abgeschlossen, jedoch spielte die Festung eine wichtige Rolle bei dem Schutz der nord\u00f6stlichen Grenze Russlands.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg wurden die Bauarbeiten fortgesetzt und im Mai 1833 wurde die Festung eingeweiht, jedoch wurde der Bau von Geb\u00e4uden und Befestigungen bis 1878 fortgesetzt.<\/p>\n<p>In der Mitte des XIX Jahrhunderts wurde der Bau der Eisenbahn in Russland begonnen und D\u00fcnaburg wurde zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, weil sich zwei wichtige Eisenbahnlinien Petersburg \u2013 Warschau und R\u012bga \u2013 Orjol in der Stadt kreuzten.<\/p>\n<p>Nach dem Befehl des Kaisers Alexander III. wurde 1893 D\u00fcnaburg in Dwinsk umbenannt.<\/p>\n<p>In der Jahrhundertwende vom XIX zum XX Jahrhundert war Dwinsk der gr\u00f6\u00dfte Industrie- und Kulturzentrum des nord\u00f6stlichen Gebietes. 1913 lebten 112 848 Menschen in der Stadt, was mehr als in Minsk waren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges war Dwinsk eine Frontstadt und der Stab der 5. Russischen Armee war hier untergebracht. W\u00e4hrend des Krieges wurde die Stadt schwer besch\u00e4digt, die Einwohnerzahl wurde drastisch reduziert und viele Industrieunternehmen wurden nach Russland verlegt. Von Februar bis Dezember 1918 war Dwinsk von deutschen Kr\u00e4ften danach von den Bolschewiki besetzt.<\/p>\n<p>Am 3. Januar 1920 haben die lettische, litauische und Polnische Truppen die Bolschewiken aus der Stadt vertrieben und die Stadt wurde in Daugavpils umbenannt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Jahren der Unabh\u00e4ngigkeit Lettlands wurde die Wirtschaft der Stadt wiederaufgebaut, Kultur und Bildung entwickelten sich. In der Mitte der 30en Jahren wurden das Monumentalgeb\u00e4ude \u2013 Haus der Einheit und die Br\u00fccke der Einheit gebaut.<\/p>\n<p>Im Juni 1940 wurde die Republik Lettland durch Sowjetunion aber 1941 durch deutschen Rech besetzt.<\/p>\n<p>In den Geb\u00e4uden der Festung haben die Deutschen ein Judenghetto und ein Stalag \u2013 340 f\u00fcr russischen Kriegsgefangenen eingerichtet. In den Kriegszeiten wurden mehr als 125 Tausende Menschen auf dem Stadtgebiet get\u00f6tet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 70 % von Geb\u00e4uden der Stadt zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Am 27. Juli 1944 marschierte die Rote Armee in Daugavpils ein.<\/p>\n<p>In Nachkriegsjahren wurde Wirtschaft und Kultur der Stadt rasch wiederaufgebaut. Neue Unternehmen, Ausbildungs- und Kultureinrichtungen wurden gegr\u00fcndet, neue Stadteile gebaut.<\/p>\n<p>1991 wurde die Unabh\u00e4ngigkeit der Republik Lettland wiederhergestellt und die Stadtentwicklung wurde unter neuen Bedingungen fortgesetzt.<\/p>\n<p>Daugavpils ist das Kultur- und Bildungszentrum von Ostlettland. Die Stadt ist sehr multinational und die Multinationalit\u00e4t spiegelt in Architektur, Kunst und Traditionen der Alltag wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daugavpils ist die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Lettlands, befindet sich am Ufer von Daugava im S\u00fcdosten der Republik und ist 232 km von der Hauptstadt R\u012bga entfernt. Der Name der Stadt wurde mehrmals ge\u00e4ndert: D\u00fcnaburg (1275), Borisoglebsk (1656-1667), Dwinsk (1893-1920) und Daugavpils \u2013 seit 1920. 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